Herzlichen Dank für den schönen Abend und die tollen Gespräche am gestrigen Neujahrsempfang.
Schön, dass Sie da waren.
Neujahrsansprache der Bürgermeisterin Tina Haltermann
Liebe Sylterinnen und Sylter,
liebe Gäste,
ich freue mich sehr, Sie heute hier begrüßen zu dürfen – zu unserem Neujahrsempfang. Für mich ist dieser Moment etwas ganz Besonderes, denn es ist mein erster Neujahrsempfang als Ihre Bürgermeisterin.
Ein neues Jahr beginnt. Und wie so oft auf Sylt beginnt es mit Weite, frischer Luft – in diesem Jahr sogar mit ungewöhnlich viel Schnee – und mit dem Wissen: Wir stehen gemeinsam vor großen und wichtigen Aufgaben.
Das vergangene Jahr war intensiv. Weltpolitisch gesehen bin ich sehr dankbar, dass wir hier leben dürfen. Wenn ich die Zeitung aufschlage oder die Nachrichten einschalte, wird mir immer wieder bewusst: Uns geht es – trotz aller Herausforderungen – immer noch vergleichsweise gut.
Gleichzeitig war das Jahr geprägt von wichtigen Entscheidungen für die Zukunft unserer Gemeinde und unserer Insel. Wir haben nicht alles gelöst – aber wir haben an vielen Stellen die richtigen Grundlagen gelegt. Vieles ist uns gelungen.
Erstmalig seit Jahren ist die Insel über Gemeindegrenzen hinweg enger zusammengewachsen. Von Nord nach Süd, von Ost nach West ziehen wir zunehmend an einem Strang. Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen – denn auch unsere wirtschaftliche Situation hat sich, wie überall in unserem Land, verschlechtert.
Doch lassen Sie mich zunächst auf die positiven Entwicklungen schauen.
Beim Thema Wohnen haben wir gemeinsam mit dem Team von KLM weiter an Lösungen gearbeitet, um bezahlbaren Wohnraum für Insulanerinnen und Insulaner zu schaffen und zu sichern – erstmals inselweit gedacht.
Die Eröffnung der Azubiwohnungen ist ein echtes Leuchtturmprojekt und verdient höchste Anerkennung.
Parallel dazu haben wir wichtige Schritte in den Bereichen Infrastruktur, Mobilität und Energie vorbereitet – denn ein funktionierender Alltag ist die Grundlage für Lebensqualität auf unserer Insel.
Aus diesem Grund bedanke ich mich besonders bei dem Team der EVS, die sich diesem Transformationsprozess für die Insel angenommen hat.
In diesem Zusammenhang spielt die Marschbahn eine zentrale Rolle. Die derzeitige Situation ist für Pendlerinnen und Pendler, für unsere Wirtschaft und für den Alltag auf der Insel nicht tragbar. Deshalb habe ich – ebenso wie jüngst eine Delegation der Personalräte – das Gespräch mit dem Ministerpräsidenten gesucht. Dort wurden konkrete Vorschläge und klare Forderungen eingebracht, um die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Marschbahn nachhaltig zu verbessern. Dieser Austausch war notwendig und wird weitergeführt – mit dem klaren Ziel, spürbare Verbesserungen zu erreichen und zwar nicht erst 2045.
Um das Thema Mobilität künftig noch gezielter und nachhaltiger voranzubringen, wurde eine eigene Stelle geschaffen, die sich mit der insularen Mobilität beschäftigen wird. Sie soll Konzepte bündeln, Schnittstellen koordinieren und dafür sorgen, dass Mobilität auf Sylt ganzheitlich gedacht wird – von der Anreise über den öffentlichen Verkehr bis hin zu lokalen Lösungen auf der Insel.
An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei unserer SVG bedanken. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sorgt Sie tagtäglich mit großem Einsatz dafür, dass öffentliche Mobilität auf unserer Insel funktioniert – verlässlich, engagiert und oft unter herausfordernden Umständen. Dieser Beitrag ist für den Alltag vieler Menschen auf Sylt unverzichtbar.
Ein zentraler Beschluss war das Ortskernentwicklungskonzept.
Wir wollen unsere „Innenstadt“ verschönern, modernisieren und lebendig halten – ohne unsere Identität zu verlieren.
2026 wird das Jahr, in dem dieses Konzept mit Ihnen gemeinsam entwickelt und erarbeitet wird. Ihre Ideen, Ihre Erfahrungen und Ihr Blick auf unseren Ort sind entscheidend. Dieses Konzept soll kein Plan von oben sein, sondern ein gemeinsamer Entwurf für die Zukunft.
Ebenso richtungsweisend ist der Beschluss für ein insulares Tourismuskonzept.
Unser Ziel ist ein Tourismus, der wirtschaftlich stark ist, unsere Natur schützt und das Leben auf unserer Insel respektiert. Auch dieses Konzept wird gemeinsam erarbeitet – mit Ihnen, mit Einheimischen, mit Betrieben und allen, die Sylt aktiv mitgestalten wollen. An dieser Stelle mein besonderer Dank an die SMG und an den ISTS für ihren unermüdlichen Einsatz.
Ein weiterer wichtiger Schritt des vergangenen Jahres betrifft die Organisation unserer Verwaltung.
Es wurde sich bewusst für das Amtsmodell mit einem Amtsdirektor entschieden.
Weil Verwaltung verlässlich funktionieren muss – und gleichzeitig Raum für Führung, Gestaltung und Dialog bleiben soll.
Der Amtsdirektor wird zukünftig die Verwaltung leiten. In den kommenden zehn Jahren wird rund ein Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Dienst altersbedingt ausscheiden. Umso wichtiger ist es, die Position Amtsdirektor professionell zu besetzen, um gute Strukturen zu schaffen, die besten Köpfe für Sylt zu gewinnen und die Zukunftsfähigkeit unserer Inselverwaltung zu sichern. Dieses ist nicht „nebenbei“ möglich.
Dieses Modell verschafft mir persönlich mehr Zeit für das, was mir besonders wichtig ist:
für Gespräche mit Ihnen,
für Präsenz vor Ort,
für die inhaltliche Gestaltung unserer Gemeinde.
Ich bin überzeugt: Dieses Modell stärkt die Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde und unserer Insel – und macht Politik näher, transparenter und greifbarer.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Verwaltung bedeutet oft langwierige Prozesse.
Ein Beispiel ist die Einführung der Doppik. Sie ist seit 2013 gesetzlich vorgeschrieben. Auf Sylt konnten wir jedoch erst vor wenigen Jahren mit den Umstellungsvorbereitungen beginnen und müssen nun mehrere Jahre aufarbeiten. Es handelt sich hier um eine Umwandlung der Verwaltungsstruktur. Das braucht Zeit.
Ja – auch mir dauert es zu lange. Aber unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit großem Engagement, hoher Fachlichkeit und enormem Einsatz daran, diesen Rückstand aufzuholen und stellen dabei sicher, dass wir in diesem Jahr, im Gegensatz zu Jahren in der Vergangenheit, handlungsfähig bleiben.
Ein weiteres wichtiges Thema betrifft die Kontrollen von Ferienwohnungen durch den Kreis Nordfriesland.
Diese finden nun nicht mehr unvorhersehbar statt. Es ist uns gelungen, gemeinsam mit dem Kreis ein abgestimmtes System zu entwickeln. Die Arbeiten werden sich noch über Jahre hinziehen und für viele Bereiche müssen noch Lösungen erarbeitet werden, aber zumindest gibt dieser Ansatz eine gewisse Planungssicherheit. Das war und ist nur durch konstruktive Gespräche möglich.
Generell stehe ich in engem Austausch mit dem Kreis und dem Land, um unsere insularen Themen – gemeinsam mit den anderen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern – zu platzieren und voranzubringen. Sylt hat besondere Herausforderungen, und diese müssen auch als solche gehört und verstanden werden.
All das geschieht auf der Grundlage dessen, was Sylt ausmacht: unsere einzigartige Natur.
Küsten- und Naturschutz bleiben Leitlinien unseres Handelns – heute und in Zukunft.
Was unsere Gemeinde trägt, sind die Menschen: Sie, die Bürgerinnen und Bürger.
Unsere Ehrenamtlichen, Vereine, Rettungskräfte und all die sozial Engagierten, die Tag für Tag Großartiges leisten.
Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer, Handwerker, der Einzelhandel und die Gastronomie – sie sind unsere Lebensader. Und selbstverständlich auch die Pendlerinnen und Pendler, die täglich den Weg auf sich nehmen.
Dafür möchte ich hier heute ausdrücklich Danke sagen.
Mein Dank gilt auch meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ohne die ich in den vergangenen acht Monaten nicht das hätte erreichen können, was wir bereits erreicht haben.
Ebenso danke ich namentlich
Meinem Stellvertreter Carsten Kerkamm, Andreas Dobrzinski, Ronald Benck, Steffi Böhm, Kai Müller und Udo Hanrieder
als Vertreter der Gemeinden, die maßgeblich zur konstruktiven und guten insularen Zusammenarbeit beitragen – und ohne die dieses in dieser Form nicht möglich wäre.
Ein Hotelbrand in diesem Sommer hat mir nochmal deutlich gezeigt, wie unsere Feuerwehr, unser DRK und unsere Polizei miteinander Großartiges, zum Teil unter Einsatz ihres Lebens, für uns leisten, auch hier kann ich nur ausdrücklich danke sagen.
Ich könnte noch viele weitere nennen, doch das würde den Rahmen sprengen. Deshalb: Mein Dank gilt all den Menschen, die sich täglich um unsere Insel, unseren Lebensraum und dessen Erhalt kümmern. Jeder Einzelne zählt.
Und hier möchte ich meinen Beitrag leisten.
Ich möchte eine Bürgermeisterin sein, die ansprechbar ist, zuhört und Entscheidungen erklärt. Politik darf nicht fern wirken – sie muss verständlich, ehrlich und menschlich sein. Und sie muss beachten, dass jede Entscheidung von Menschen, von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, unter Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, umgesetzt werden muss und von Bürgerinnen und Bürgern getragen werden muss.
Das neue Jahr wird uns weiter fordern. Aber wir gehen es gut aufgestellt an:
• mit klaren Konzepten,
• mit mehr Beteiligung,
• und mit dem festen Willen, Sylt gemeinsam weiterzuentwickeln.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, wünsche uns allen einen schönen Abend und übergebe das Wort an unseren Bürgervorsteher Herrn Andreas Dobrzinski.
Neujahrsansprache von Bürgervorsteher Andreas Dobrzinski
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Institutionen,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Gäste der Insel,
im Namen des Gemeinderates begrüße ich Sie herzlich zum Neujahrsempfang der Gemeinde Sylt und danke Ihnen, dass Sie heute dabei sind, um mit uns bei Getränken und Imbiss den Abend für Austausch, Gespräche und Begegnungen zu nutzen.
Ich möchte außerdem gleich die Gelegenheit nutzen, um im Rückblick auf das Jahr 2025 den Menschen zu danken, die das Gemeindeleben im letzten Jahr aktiv und konstruktiv mitgestaltet haben.
Zunächst muss ich Ihnen aber gestehen dass ich die politische Großwetterlage, in der wir uns befinden, in einer Neujahrsansprache nicht einfach ausblenden kann, denn sie macht etwas mit mir, sie macht etwas mit uns.
Unsere bisherige Werteordnung verliert an Bedeutung und Bemühungen um ein friedliches Miteinander werden zunehmend durch den harten Machtanspruch des Stärkeren verdrängt und Unberechenbarkeit wird zum politischen Führungsinstrument.
Unsere Gesellschaft steht vor einer großen Herausforderung. Diese Herausforderung braucht eine hohe Resilienz der Gemeinschaft und sie braucht starke Menschen, die unsere Gemeinschaft im Inneren zusammenhalten. Menschen, die nicht aufhören, sich füreinander stark zu machen. Diese Menschen finden wir im Ehrenamt.
Meine Damen und Herren,
im Namen des Gemeinderates und im Namen der gesamten Gemeinde bedanke ich mich bei Ihnen, die sich auch im Jahr 2025 wieder ehrenamtlich in den Feuerwehren, den Rettungsdiensten, bei den sozialen Einrichtungen, bei der Tafel, in der Pflege, in den Vereinen, in den Kirchen, in den Kultureinrichtungen oder einfach in der Betreuung hilfsbedürftiger Menschen in der Nachbarschaft und an vielen anderen Stellen, eingesetzt haben. Wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, wird unsere Gemeinschaft lebendig und lebenswert.
Ehrenamtliches Engagement bedeutet Zeit zu schenken und Verantwortung zu übernehmen. Oft geschieht dies, neben Familie, Beruf und anderen Verpflichtungen. Es ist mir gerade heute ein wichtiges Anliegen das Ehrenamt hervorzuheben, denn wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen bleibt unsere Gemeinschaft im Inneren stark, widerstandsfähig und menschlich verbindlich. Dieses Engagement verdient unseren besonderen Respekt und unsere Anerkennung.
Ebenso bedanke ich mich im Namen des Gemeinderates bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Inselverwaltung, Sitzungsdienst und Vorzimmer sind meine persönlichen Schlüsselstellen, der Eigen- und Beteiligungsbetriebe der Gemeinde Sylt, der Schulen und Kitas, der Polizei, der SMG und der Unternehmen, mit denen die Gemeinde im Jahr 2025 geschäftlich verbunden war für ihre gute Arbeit und für ihr Vertrauen.
Im neuen Jahr stehen wichtige Projekte und Vorhaben an, die die Zukunft unserer Gemeinde und der ganzen Insel prägen werden. Die Bildung einer gemeinsamen Amtsverwaltung ist ein politischer Beschluss aller Inselgemeinden aus dem Herbst 2024. Das Amt wird den Namen „Amt Insel Sylt“ tragen und die Gründung soll im Januar 2027 abgeschlossen sein. Die insulare Zusammenarbeit entwickelt sich nun von einem Lippenbekenntnis zu einer gemeinsamen Aufgabe aller Inselgemeinden. Die Amtsgründung ist ein zentrales Projekt dieser Wahlperiode . Wir sind auf einem guten Weg.
Mit Frau Haltermann hat die Gemeinde Sylt im Mai 2024 eine Bürgermeisterin verpflichten dürfen, die für eine gute, vertrauensvolle und anpackende Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Gemeinde Sylt, der Inselgemeinden und des Kreises Nordfriesland steht und die den angestoßenen Prozess der Amtsgründung voll unterstützt und vorantreibt. Die Vorzüge einer gemeinsamen Amtsverwaltung aus ihrer Sicht hat die Bürgermeisterin bereits erklärt.
Frau Haltermann hat die weiteren Projekte der Gemeinde im Wesentlichen bereits vorgestellt. Ich möchte hier noch einmal auf das Projekt der Integrierten Tourismusstrategie, für die Insel Sylt eingehen. Das Projekt wird den Namen „Kurs Sylt“ tragen und es ist ein Projekt aller Inselgemeinden, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger, aber auch Gäste, Zweitwohner, Pendler, Verbände und Vereine und alle, die in irgendeiner Form mit der Insel verbunden sind, online beteiligen sollen. Bitte achten Sie auf entsprechende öffentliche Aufrufe und nehmen Sie rege Teil, damit diese Strategie auch in ihrem Sinne entwickelt werden kann.
Sehr geehrte Anwesende,
unsere Insel Sylt hat viele Stärken und einige Schwächen. Die Stärken wollen wir auch im Jahr 2026 fördern und an den Schwächen werden wir arbeiten, aber wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, dass manches eben seine Zeit brauchen wird.
Mein Wunsch für das Jahr 2026: ich wünsche mir eine positive Außendarstellung der Stärken unserer Insel Sylt, ich wünsche mir eine positive Darstellung unseres Tourismusstandortes.
Nicht für alle Menschen in unserer Mitte war das Jahr 2025 ein glückliches Jahr, möge diesen Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Jahr 2026 neue Kraft und Hoffnung geben.
Allen Anwesenden und der ganzen Gemeinde wünsche ich jetzt für das Jahr 2026 Gesundheit, Zuversicht und Vertrauen in das gemeinsame Gestalten.
Lassen Sie uns das neue Jahr als Chance begreifen, Verantwortung zu übernehmen und unsere Gemeinde gemeinsam weiter in die Zukunft zu führen.
Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.
Andreas Dobrzinski
Die Gemeinde Sylt lädt
ihre Bürgerinnen und Bürger ganz herzlich zum
Neujahrsempfang
am Donnerstag, den 8. Januar 2026,
von 19-22 Uhr
in den Alten Kursaal in Westerland ein.
Achtung – geänderter Veranstaltungsort –

