Die Ausstellung versammelt Malerei, die zwischen zwei Küstenräumen entstanden ist – den nordfriesischen Inseln und der norwegischen Küste.  

Zur Ausstellungseröffnung am 3. August um 18 Uhr sind alle interessierten Gäste herzlich eingeladen.

Ausstellungsdauer: 3.- 22. August 2026
Ausstellungsort: Stadtgalerie „Alte Post“, Stephanstraße 4 in Westerland, 25980 Sylt

Öffnungszeiten:
montags bis samstags 11-13 Uhr und 14.30-18 Uhr
sonntags 15-18 Uhr

Die Künstlerin ist überwiegend während der Öffnungszeiten persönlich in der Ausstellung anwesend.

Der Eintritt ist frei
 

Die Ausstellung „Südlich von Oslo“ versammelt Malerei, die zwischen zwei Küstenräumen entstanden ist – den nordfriesischen Inseln und der norwegischen Küste.

Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Oslo, stammt ursprünglich aus Deutschland und studierte Freie Malerei an der Kunstakademie Nürnberg bei Johannes Grützke von 1995 bis 2001. Früh führte sie ihr Weg ans Meer: nach Amrum, wo sich ein bis heute prägender Bezug zu Nordfriesland entwickelte. Diese Verbindung hat sich nicht gelöst, sondern im Gegenteil über die Jahre vertieft und wird bis heute durch regelmäßige Aufenthalte an der Nordsee weitergetragen.

Im Zentrum der Arbeiten stehen Menschen in Küstenlandschaften: alltägliche Bewegungen am Strand, Begegnungen im Wind, Figuren am Wasser, das Verhältnis von Mensch, Wetter und Weite. Es sind keine inszenierten Szenen, sondern Beobachtungen eines Lebens im Offenen – zwischen Nähe und Distanz, zwischen Stillstand und Bewegung.

Der Titel „Südlich von Oslo“ beschreibt dabei weniger einen Ort als vielmehr eine Perspektive. Was aus der Sicht der Künstlerin südlich liegt, sind die nordfriesischen Inseln – und gleichzeitig öffnet sich dadurch ein gedanklicher Raum zwischen Norwegen und Deutschland, zwischen zwei Küsten, die sich in Licht, Wetter und Lebensgefühl überraschend nahe sind.

Diese Arbeit ist auch geprägt von zahlreichen Stationen zwischen diesen Räumen: Ausstellungen in Norwegen und international, unter anderem in Südkorea, aktuelle Präsentationen in Nevlunghavn direkt am Skagerrak, eine kommende Einzelausstellung in der Galerie RøedJeløy, sowie Gruppenausstellungen in Oslo. Ein Aufenthalt als Artist in Residence in Ny-Ålesund auf Spitzbergen hat Silke Mathés Blick auf Landschaft, Licht und Isolation zusätzlich geschärft.

Einzelne Arbeiten fanden sogar ihren Weg in wissenschaftliche Kontexte, etwa an eine Forschungsstation in der Arktis.

Heimat lässt sich nicht immer an einem Ort festmachen, sondern entsteht in Momenten, in Blicken, in Küsten, in Bewegungen zwischen Ländern. Wo Küste ist, ist Heimat.

Robert Eberhardt

Kunsthistoriker, FELIX JUD Hamburg/Sylt

Künstlerisches Statement: 

Mein Name ist Silke Mathe. Ich bin eine in Oslo lebende bildende Künstlerin die an der staatlichen Akademie der Bildende Künste Nürnberg beim Professor Johannes Grützke von 1995-2001 Freie Malerei studiert hat. Mein Fokus liegt auf der Darstellung scheinbarer Realitäten, der Suche nach der Wahrheit und dem Verständnis dessen, was sich unter der Oberfläche verbirgt.

Meine Bilder erforschen die Präsenz von Menschen im natürlichen Raum und ich versuche, in diesen Momenten sowohl das Intime als auch das Universelle einzufangen. Das Ziel besteht nicht darin, eine präzise Realität wiederzugeben, sondern vielmehr darin, den emotionalen Kern der von mir beobachteten Momente zu vermitteln und neue, von mir entdeckte Realitäten zu erschaffen. In meinen aktuellen Arbeiten habe ich mich auf die nordisch- skandinavische Sonne, Sommer und die Menschen in diesen Situationen konzentriert – am Strand, im Meer, in Restaurants. Mir geht es darum, die Atmosphäre dieser Sommermomente wiederherzustellen, in denen Licht, Farben und Emotionen zu einem Ausdruck von Leben und Ruhe verschmelzen.

Ich lasse mich von verschiedenen Quellen inspirieren – Menschen, Situationen, Landschaften, Filmen – aber in erster Linie steht der Mensch im Mittelpunkt meiner Kunst. Mit meinen Bildern versuche ich, den Ausdruck und das Gefühl des Augenblicks einzufangen, um die emotionale Ladung alltäglicher Szenen hervorzuheben. Das kann ein Blick, eine Haltung, eine Stimmung sein, die über das konkrete Bild hinausgeht und Raum für Reflexionen und Wiedererkennung gibt.

In meinen Arbeiten erforsche ich das Verborgene, das Unerklärlich-Unverständliche, das Unsichtbare, das Versteckte, das in den Tiefen der scheinbaren Realität verborgen ist und nicht auf den ersten Blick erfassbar ist.Meine Teilnahme an der ersten Porträtmeisterschaft 2023 des staatlichen norwegischen Fernsehens NRK1, hat mich dazu inspiriert, surreale, große Porträts prominenter Persönlichkeiten, wie Edvard Munch, Edvard Grieg, Henriette Steenstrup. Mein künstlerisches Schaffen umfasst Ölgemälde auf Leinwand und Holz, Kohlezeichnungen und Grafiken, Aquarell auf Papier. In meinen Bildern gibt es einen Wechsel zwischen feinen und expressiven, breiten Strichen. Im Wechsel entsteht eine Atmosphäre, die eher einem surrealistischen Ursprung ähnelt. Ich male Atmosphären und Perspektiven, sowohl konzeptionell als auch in der Komposition, die hinterfragen, was durch das Tatsächliche, das Wirkliche und das Wahre wiedergegeben wird. Wie reproduzieren wir eine konstruierte Wahrheit? Was ist eine Zeitschleife, wer kann sie erleben und wie kommt man da heraus?