Die Inselverwaltung Sylt startet gemeinsam mit der Georg-August-Universität Göttingen ein umfassendes Forschungsprojekt zum Goldafter.

In den kommenden vier Jahren sollen unter der Leitung des Forstentomologen Prof. Dr. Martin Schebeck auf diese Weise neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Ausbreitung des Goldafters gewonnen und damit langfristig evidenzbasierte Handlungsgrundlagen für Sylt und andere Küstenregionen entwickelt werden.

Amt Landschaft Sylt finanziert Projekt
Finanziert wird das Forschungsprojekt durch das Amt Landschaft Sylt und die LAG Aktivregion Uthlande e.V. mit dem Ziel, die Population des Goldafters auf Sylt wissenschaftlich fundiert zu untersuchen und eine belastbare Grundlage für zukünftige Entscheidungen zu schaffen. Aufgrund der dynamischen Entwicklung des vergangenen Jahres haben neben naturschutzfachlichen Fragen insbesondere auch gesundheitliche Aspekte an Bedeutung gewonnen.

Wissenschaftliche Grundlage für langfristige Entscheidungen
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die systematische Bestandserfassung des Goldafters, die Analyse von Umwelt- und Lebensraumfaktoren, die das Auftreten steuern, sowie die Untersuchung natürlicher Gegenspieler wie Vögel, Insekten oder Spinnen. Darüber hinaus sollen moderne Monitoringmethoden und langfristige Datenerhebungen dazu beitragen, die Goldafterpopulationen zu überwachen, Risikozonen frühzeitig identifizieren und dabei helfen, nachhaltige Maßnahmen zu entwickeln.

„Im Rahmen dieses Projekts möchten wir verstehen, wie es der Goldafter in kurzer Zeit geschafft hat, sich so schnell auszubreiten. Wir wollen somit zu einem nachhaltigen, umweltfreundlichen Management dieses Insektes beitragen. Die Unterstützung durch das Amt Landschaft Sylt und die LAG Aktivregion Uthlande e.V. ermöglicht es uns, Wissen zu diesem Falter und Interaktionen mit seiner Umwelt zu erarbeiten, was die Basis für langfristige Maßnahmen darstellt“, erläutert Prof. Dr. Martin Schebeck.

Sylt nimmt Vorreiterrolle ein
Bisher gibt es in Deutschland keine vergleichbare Forschung zum Goldafter in Küstenräumen. Die auf Sylt gewonnenen Erkenntnisse könnten deshalb künftig weit über die Insel hinaus Bedeutung erlangen und auch für andere Küstenregionen in Nordeuropa hilfreich sein.

„Wir erleben aktuell eine Situation, die nicht mit kurzfristigen Einzelmaßnahmen gelöst werden kann. Deshalb investieren wir bewusst in Forschung, um nachhaltige und wissenschaftlich fundierte Entscheidungen treffen zu können. Wir übernehmen hier als Insel gemeinsam Verantwortung und gehen mit diesem Pilotprojekt einen Weg, von dem künftig auch andere Regionen profitieren können“, erklärt Kai Müller, Amtsvorsteher des Amtes Landschaft Sylt.
Müller bedankt sich zugleich ausdrücklich bei Veronika Vogel für ihren Einsatz bei der Koordination der bisherigen Maßnahmen: „Frau Vogel leistet seit Monaten gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort hervorragende Arbeit. Dieses Forschungsprojekt ist in erster Linie ein Ergebnis ihres großen persönlichen Engagements.“

 

Forschung, Prävention und konkrete Maßnahmen sollen ineinander greifen
Parallel zur wissenschaftlichen Begleitung laufen die aktuellen Maßnahmen auf der Insel weiterhin auf Hochtouren. Dazu gehören bereits laufende Ansätze des Monitorings, die Bewertung eingehender Meldungen und Schutzmaßnahmen in sensiblen Bereichen, sowie die enge Abstimmung zwischen der Inselverwaltung, dem Landschaftszweckverband und den Gemeinden.

„Wir reagieren nicht nur auf aktuelle Entwicklungen, sondern schaffen gleichzeitig die Grundlage für langfristige und nachhaltige Lösungen. Die Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen unterstützt uns darin, das Thema wissenschaftlich fundiert und mit Blick auf die Zukunft anzugehen“, erklärt Veronika Vogel von der Inselverwaltung Sylt. „Das Forschungsvorhaben greift dabei für Sylt unmittelbar relevante Fragestellungen auf und stellt sicher, dass die gesammelten Daten und Ergebnisse nicht nur der wissenschaftlichen Gemeinschaft verfügbar gemacht werden, sondern auch die Insel Sylt und andere betroffene Regionen von dem Wissen profitieren können“, freut sich Vogel.

„Die Goldafter-Studie ist nicht nur für die Insel Sylt von Bedeutung, sondern aus unserer Sicht für alle Nordfriesische Inseln, da die sprunghafte Ausbreitung des Falters nicht auf Sylt begrenzt ist,“ sagt Dr. Jürgen Kolk von der AktivRegion Uthlande. „Wir freuen uns daher auch über die zielgruppenorientierte Aufbereitung der Daten und Forschungsergebnisse sowie ihre Bereitstellung für die gesamte Region. Insgesamt ein sinnvoller Einsatz für unsere EU-Fördergelder.“

Mit dem Forschungsprojekt setzt die Insel Sylt damit bewusst auf einen langfristigen und wissenschaftlich begleiteten Weg im Umgang mit dem Goldafter.

Alle weiteren Informationen und Ansprechpartner gibt es online unter www.sylt.de/goldafter.

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